Forschung

Die Theorien von Carl Gustav Jung sind eng mit Forschung verknüpft. Die Theorie der gefühlsbetonten Komplexe ist ein frühes Beispiel dafür. Sie leitete sich aus den Ergebnissen des Assoziationstests ab, mit dem das Denken am Anfang des 20. Jahrhunderts sowohl bei Gesunden als auch unter Einfluss von Geisteskrankheiten erforscht wurde. Während in den damals üblichen experimentellen Anordnungen Störungen des Assoziationsablaufes nicht beachtet wurden, wandte Jung seine Aufmerksamkeit diesen zu, was zur Entdeckung der gefühlsbetonten Komplexe führte. Eugen Bleuler bezog diese Ergebnisse mit ein, als er den Begriff Schizophrenie vorstellte, und für Freud war das der wissenschaftliche Nachweis seiner Theorie der unbewussten Konflikte und ihres Einflusses auf das Bewusstsein. Die auf messbaren Variablen beruhenden Forschungen mit dem Assoziationsexperiment bilden den Anfang seines Werkes, das durch die lebenslange Auseinandersetzung mit seinen eigenen Beobachtungen und anderen Fachgebieten seinen Forschungscharakter nie verloren hat. In diesem Sinn organisieren Verena Kast und Mario Schlegel seit Jahrzehnten Forschungskolloquien am Institut.

Im Herbst 2019 wurde die aktuelle Forschungskommission gewählt, deren Mitglieder sich um die Pflege der wissenschaftlichen Tradition kümmern. Derzeit sind auch Themen der Wirksamkeits- und Prozessforschung aktuell.

Forschungs- und Wissenschaftskolloquium

Die Wissenschafts- und Forschungskolloquien am C.G. Jung-Institut Zürich, Küsnacht, bezwecken den Austausch über aktuelle Entwicklungen in den Psychotherapiewissenschaften und deren Anwendungen in der Praxis. Präsentiert werden Forschungsprojekte und Forschungsmethodik, die Anwendung von Methoden im therapeutischen Prozess, Ergebnisse aus Schwesterdisziplinen, bis hin zu den wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Psychotherapie. Damit richtet sich das Kolloquium sowohl an wissenschaftlich orientierte Therapierende als auch an Praktikerinnen und Praktiker, die sich bisher weniger für theoretische Hintergründe interessieren. Insbesondere letztere bekommen einen Einblick in neue Entwicklungen der Psychotherapie und ein reflektiertes Verhältnis dazu.

Die Themen und Daten werden per E-Mail allen Akkreditierten und Studierenden möglichst früh mitgeteilt. Externe Interessenten sind willkommen und werden von uns über die Veranstaltungen informiert, sobald sie ihre E-Mail-Adresse mitgeteilt haben ( mailto:[tocco-encoded-addr:MTEyLDExNCwxMTEsMTAzLDExNCw5NywxMDksMTA5LDY0LDEwNiwxMTcsMTEwLDEwMywxMDUsMTEwLDExNSwxMTYsMTA1LDExNiwxMTcsMTE2LDQ2LDk5LDEwNA==]) 

Die Teilnahme ist kostenlos und wird als Fortbildung bestätigt.

Aufgaben

Die Forschungskommission kümmert sich um

  • die wissenschaftliche Tradition

  • den Kontakt zu anderen forschenden Einrichtungen.

  • den Kontakt zu Menschen mit aktuellen Forschungsideen.

  • den Kontakt zu forschungswilligen Studierenden.

Wir möchten Sie ermuntern sich bei uns zu melden, wenn Sie eine Fragestellung haben, die Sie verfolgen wollen.

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Manualisierung in der analytischen Psychologie (Isabelle Meier und Gerold Roth)

  • Konzeptualisierung von Forschungsprojekten (Christof Ammermann)

  • Assoziationsexperiment: Interpretationsprozesse und GÜ-Forschung (Mario Schlegel, Verena Kast, Christa Futscher und Diplomthesen)

  • Wissenschaftstheoretische Grundlagen der AP (Mario Schlegel, Christof Ammermann)

Aktuelle Forschungsprojekte ausserhalb unseres Instituts

  • Qualitative Traumanalyse (Christian Rösler) (D)

  • Erkenntnistheoretische Arbeiten (Ralf Vogel) (D)

  • Philosophische Grundlagen (Gerhard Burda) (A)Mitglieder 

  • (Reihenfolge alphabetisch)

Mitglieder 

(Reihenfolge alphabetisch)

Christof Ammermann - Vorsitz, Iris Breuer - Schriftführerin, Christa Futscher, Isabell Meier, Gerold Roth

Kontakt 

[tocco-encoded-addr:MTAyLDExMSwxMTQsMTE1LDk5LDEwNCwxMTcsMTEwLDEwMyw2NCwxMDYsMTE3LDExMCwxMDMsMTA1LDExMCwxMTUsMTE2LDEwNSwxMTYsMTE3LDExNiw0Niw5OSwxMDQ=] [tocco-encoded-addr:MTE0LDEwMSwxMTUsMTAxLDk3LDExNCw5OSwxMDQsNjQsMTA2LDExNywxMTAsMTAzLDEwNSwxMTAsMTE1LDExNiwxMDUsMTE2LDExNywxMTYsNDYsOTksMTA0], Liz Brodersen (Kontakt zur englischen Gruppe)


Links

https://psychotherapie.ch/wsp/de/wissenschaft-und-forschung/

http://www.infap3.eu/

https://www.europsyche.org/

https://www.psychotherapie-wissenschaft.info/

https://www.psychotherapyresearch.org/

https://www.susanbach-foundation.ch/de/